« «STRADIVARI» – VIRTUOSER HOERGENUSS »

Am Freitag, 4. Dezember, um 20 Uhr ist in der Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell die junge Lausanner Geigerin Rachel Kolly d'Alba zusammen mit dem französischen Pianisten David Bismuth mit einem virtuosen Programm zu hören. Wien und Frankreich, Sonate und virtuoses Bravourstück, das sind an diesem Abend die Gegensatzpaare. Beethovens Violinsonate op. 24, komponiert 1801/02 in Wien und gemeinhin als «Frühlingssonate» bezeichnet, verdankt ihre Beliebtheit der einprägsamen schwelgerischen Melodik, dem pathetischen Schwung und der bisweilen hymnisch sich steigernden Lyrik. Ebenfalls in Wien schrieb Schubert im Alter von 29 Jahren das «Rondo brillant». Es ist eines der wenigen Werke Schuberts, in denen die virtuose Spielfreude deutlich im Vordergrund steht. So ist dieses Rondo ein rauschendes Bravourstück. Nach der Pause erklingt zuerst eine der beliebtesten Sonaten des romantischen Repertoires für Violine und Klavier, César Francks Sonate in A-Dur, ein Klassiker, gefüllt mit Schönheit, Aufregung, Fantasie, Schärfe und Dramatik. Er komponierte seine einzige Sonate für Violine und Klavier im letzten Jahrzehnt seines Lebens, einer Periode intensiver Kreativität. Im September 1886 schenkte Franck das Manuskript der Violinsonate dem belgischen Geiger Eugène Ysaÿe zur Hochzeit. Ein weiteres Bravourstück ist Ravels Tzigane, die er der ungarischen Geigerin Jelly D'Aranyi widmete. Das Werk entwickelte sich aus Ravels Interesse für Zigeuner und die ungarische Kultur. Eine grossangelegte Kadenz für die Sologeige, eine Art deklamatorischer Monolog eines Zigeuners über sein Leben, mündet in einen festlichen, wilden Tanz in Form einiger loser Variationen. Der Geigerin steht in diesem Stück eine Vielzahl von «Tricks» zur Verfügung, mit denen sie ihre Virtuosität und technische Gewandtheit demonstrieren kann.
Die 1981 in Lausanne geborene Rachel Kolly d’Alba tritt bereits mit 12 Jahren als Solistin mit Orchester auf. Seither spielt sie regelmässig mit namhaften Or- chestern und gastiert bei international renommierten Festspielen. Die temperamentvolle Violinistin ist mehrfache Preisträgerin internationaler Wettbewerbe, so gewinnt sie u.a. den Paderewski Preis 1997, ist Finalistin beim Eurovision-Wettbewerb in Lugano im Jahre 2000 und gewinnt im Jahre 2005 den V. Internationalen Wettbewerb «Julio Cardonna» in Portugal. Ihr Duopartner ist der französische Pianist David Bismuth, der von der Zeitschrift «PIANIST» als einer der zehn hoffnungsvollsten jungen französischen Pianisten seiner Generation gewählt wurde. In den letzten Jahren arbeitete er regelmässig mit Maria Joao Pires, die ihn an ihrer Seite an die Festivals Radio France in Montpellier und ans Menuhin Festival in Gstaad eingeladen hat.
Der Abend verspricht ein spektakuläres Klangerlebnis – nicht nur dank Stradivaris Meisterin- strument.
«Stradivari» – virtuoser Hörgenuss
Rachel Kolly d’Alba und David Bismuth gastieren am Freitag in der Ziegelhütte
Die Lausanner Geigerin Rachel Kolly d'Alba (Bild links) lässt ihre Stradivari in der Ziegelhütte erklingen; rechts Pianist David Bismuth.
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