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10 DEC, "Appenzeller Zeitung », Monica Dörig
"TEUFELSGEIGERIN AUF DEM OFEN"


Die Schweizer Violinsolistin Rachel Kolly d’Alba gastierte mit des französichen Pianisten David Bismuth in der Appenzeller Ziegelhütte.

Im letzten Abonnementskonzert dieses Jahres traten eine junge Violinistin und ein junger Pianist auf die Bühne über dem Ofen in der Kunsthalle Ziegelhütte in Appenzell. Sie boten am Freitag ein Funken sprühendes Programm aus rauschhaften Kompositionen. Rachel Kolly d’Alba erschien mit ihrer Stradivari wie die Verkörperung der sprichwörtlichen Teufelsgeigerin.

Ravels «Tzigane» spielte die Violinistin ohne Noten; mit geschlossenen Augen tanzte sie nahezu mit. Der Spanier Maurice Ravel mit seiner Vorliebe für Zigeuner hat das Lebenslied eines Fahrenden und die wilden Tänze der Gitanos in eine fantastische Rhapsodie verpackt. Rachel Kolly d’Alba spielte sie feurig, teuflisch schnell und athmosphärisch dicht. Als wäre das Stück für sie allein geschrieben, eine Prima mit verblüffender Technik: zweistimmiger Strich, Zupfen und Streichen zu gleicher Zeit, scharfe Stakkati, innige Seufzer, glasklare himmelhohe Töne und rauhe Erdigkeit entlockt sie ihrem Instrument.

Junge Talente: Die temperamentvolle 28-jährige Violinistin aus Lausanne spielt seit sie ein Kind ist mit grossem Erfolg, trat mit 12 Jahren bereits als Solistin auf, ist mehrfach ausgezeichnet worden. Den Klang ihrer besonderen Geige, eine um 1730 gebaute Stradivari, vermochte sie ebenso schön ins Licht zu rücken wie ihre Stärke: Emotionales Musizieren auf höchstem technischen Niveau, trotz der dramatischen Anmutung mit natürlichem Gestus. Für das letzte Konzert in der Abonnementsreihe 2009 in der Kunsthalle Ziegelhütte hatten sie und ihr virtuoser Begleiter, der französische Pianist David Bismuth, strahlende Kompositionen gewählt, die ihrem expressiven Talententsprachen: Das Rondo brillant von Franz Schubert, die Frühlingssonate von Beethoven und César Francks Sonate in A-Dur. Auf dramatisch inszenierte Intros folgten zauberhaft zart ausgeformte Kantilenen. Da sprühten Funken und wurde in elegischen Passagen geschwelgt. Beide Musiker füllten ihre Partien gleichberechtigt und kraftvoll, zusammen steigerten sie die Dynamik bis es dem Zuhörer fast den Atem nahm. Sie korrespondierten innig in sentimentalen Duetten, gestalteten die melancholischen Phrasen mit glühender Tiefe und die Übergänge weich perlend. Effektvoll wurden Pausen gesetzt, mit forschem Tempo und dennoch leichthändig musiziert.

Das Publikum war sehr beeindruckt. Die Zugaben – ein kurzer Ragtime und eine Marche miniature von Fritz Kreisler brachten es zum Schmunzeln.


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Rachel Kolly d’Alba agierte virtuos und hinreissend, David Bismuth begleitete sie sensibel und kraftvoll zugleich. (Bild: Monica Dörig)















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